Fragen und Antworten zu Zielmarkt, Kostentransparenz sowie PRIIPs

Die Finanzmarktrichtlinie- und -verordnung MiFID II / MiFIR verpflichtet die Emittenten von Wertpapieren und anderen Finanzinstrumenten dem Markt Daten bezüglich Zielmarkt und Kostentransparenz zeitnah zur Verfügung zu stellen. WM Datenservice nimmt diese Daten von den Emittenten entgegen und übermittelt sie an die Marktteilnehmer.

Ebenso ist WM Datenservice beauftragt, die Daten zu PRIIPs zur Verfügung zu stellen. Nach der PRIIPs-VO müssen die Hersteller des jeweiligen Anlageprodukts (PRIIPs-Hersteller) – u. a. Versicherungsunternehmen, Kreditinstitute, Kapitalverwaltungsgesellschaften (KVG) und Wertpapierfirmen – für die von ihnen aufgelegten Finanzinstrumente KIDs erstellen und ab dem 31. Dezember 2016 den Vertreibern von PRIIPs („Vertriebsstellen“) zur Verfügung stellen.

Zu diesem Zweck hat WM Datenservice entsprechende Schnittstellen eingerichtet. Die FAQ-Liste soll für Sie ein Leitfaden sein und Antworten auf Fragen geben, die eventuell in Ihrem Haus auftreten.

 

FAQ-MiFID-PRIIPS-Fokus Anlieferung

 
Auf welchem Weg können die MiFID-und PRIIPS-Daten angeliefert werden?
Die Daten können leider nicht manuell verarbeitet werden. Eine Einstellung der Daten aufgrund eines Termsheets ist nicht möglich. Die Daten können nur wie in den offiziellen Dokumenten beschrieben, angeliefert werden, die Formate sind csv und xml.
MifID-Neukunden können Ihre Daten nur noch per SFTP übermitteln.
 
Was ist ein SFTP-Zugang? Wie ist das Prozedere?
SFTP ist eine Serververbindung, die es dem Hersteller ermöglicht eine Datei direkt auf den WM-Server hochzuladen.
Vorab ist die Einrichtung eines Logins notwendig.
 
Können Daten auch von Dritten gesandt werden?
WM empfängt die Zielmarkt- bzw. die PRIIPS-Daten in der Regel vom Emittenten. Datenanlieferungen von Dritten (Intermediären) können nur in Ausnahmefällen entgegengenommen werden. Dazu muss im Vorfeld eine Intermediär-Bestätigung vom Emittenten ausgefüllt und an uns zurückgesandt werden. Anschließend können wir im Namen des Emittenten, die Daten entgegennehmen.
 
Ist es möglich vorab Testdaten zu senden?
Ja. Außerdem bittet WM MiFID-Neukunden darum, zunächst an die entsprechende Team-Adresse eine Testdatei zu senden.
 
Wo findet sich die Emittentenkennnummer?
Diese findet sich im GD245 bzw. GD240. 
 
Gibt es eine Bestätigung, dass eine Datei erfolgreich verarbeitet wurde?
Leider sind positiv-Meldungen aus Zeitgründen nicht möglich. Fehler werden jedoch zeitnah zurückgemeldet.
 
Ist meine IP-Adresse für die Anlieferung an WM relevant?
Nein. Die IP-Adresse wird bei der Anlieferung nicht erfasst und auch nicht zur Dateneingangskontrolle genutzt.
 
Wie können die verarbeiteten Daten eingesehen werden?
Die MiFID- und PRIIP-Daten werden täglich mit unserem Datenpaket ausgeliefert.
Bei Interesse wenden Sie sich an: sales@wmgruppe.com.
 
Ist meine IP-Adresse für die Anlieferung an WM relevant?
Nein. Die IP-Adresse wird bei der Anlieferung nicht erfasst und auch nicht zur Dateneingangskontrolle genutzt.
 
Wie können Kostentransparenzdaten ex-ante an WM Datenservice übertragen werden?
Kostentransparenzdaten ex-ante können in Form einer csv-Datei oder im XML-Format übertragen werden. Falls bereits Stammdaten im csv- oder XML-Format an WM Datenservice geliefert werden, können die Kostentransparenzdaten ex-ante diesen Dateien einfach hinzugefügt werden. Eine separate Lieferung der Kostendaten ex-ante entfällt in diesen Fällen.
 
In welchem Format werden die Kostentransparenzdaten ex-post übertragen?
Kostentransparenzdaten ex-post können von WM Datenservice ausschließlich im XML-Format empfangen und verarbeitet werden. Die Lieferung erfolgt in Form eines https-Datenstroms an eine REST-Schnittstelle.
 
Was bedeutet „REST-Schnittstelle“?
„REST“ ist die Kurzform für Representational State Transfer und wird als Webservice angeboten. Die Datenübertragung erfolgt nicht über Dateien und Dateisysteme sondern in Form eines kontinuierlichen Datenstroms.
Diese Übertragungsart ist optimiert für die schnelle Annahme und Verarbeitung eines großen Datenvolumens.
 
Wie kann man einmal an WM gelieferte Daten korrigieren oder stornieren?
Jeder Datensatz hat einen eindeutigen Identifier bestehend aus ISIN, Währung und UTC/Datum, wobei die UTC sekundengenau angegeben werden muss. Ein Korrekturkennzeichen wird nur gesetzt bei (Betrags-)Änderungen, wenn der Datensatz (mit exakt gleicher ISIN, Währung und UTC/Datum) zuvor bereits geliefert wurde. Dabei spielt es keine Rolle, ob der ursprüngliche Datensatz an einem anderen Tag oder ob mehrere Datensätze an einem Tag mit unterschiedlichen Beträgen geliefert wurden. Entscheidend ist, dass Datensätze nur korrigiert werden können, wenn bereits ein Datensatz mit exakt der gleichen ISIN, Währung und UTC/Datum bereits in der Datenbank vorhanden ist. Werden Datensätze mit Korrekturkennzeichen angeliefert, zu denen es keine entsprechenden Datensätze in der Datenbank gibt, die man korrigieren könnte (die Identifier stimmen nicht überein), wird der Korrekturdatensatz abgewiesen. Weichen die UTC-Angaben auch nur um eine Sekunde ab, werden keine Korrekturen oder Storni durchgeführt und verarbeitet. In diesen Fällen lassen Sie das Korrekturkennzeichen einfach weg.
 
Wie unterscheiden sich die drei Umgebungen der REST-Schnittstelle?
Die REST-Schnittstelle ist in drei Umgebungen eingeteilt. Jede Umgebung benötigt ein eigenes Sicherungszertifikat zum Nachweis der Legitimation des Emittenten oder eines von ihm beauftragten Senders.
DEV: Diese Umgebung dient für allgemeine Verbindungstests. Außerdem wird in dieser Umgebung anhand einzelner Datensätze die Validität der XML-daten geprüft.
Test: Diese Umgebung dient der Durchführung von Tests. In dieser Umgebung können sowohl Einzel- als auch Massentests durchgeführt werden. Die Bestände der Test-Umgebung können von der PROD-Umgebung abweichen.
PROD: In dieser Umgebung erfolgt die produktive Verarbeitung. Alle Lieferungen, die in dieser Umgebung erfolgreich und fehlerfrei verarbeitet werden könne, werden im Rahmen der Tageslieferung an die Kunden des MirIIc-Feeds ausgeliefert.
 
Welche Arten von Statusreports gibt es bei der REST-Schnittstelle?
Der Verarbeitungsstatus von Lieferungen an die REST-Schnittstelle kann kurz nach der Übertragung über den Abruf einer Statusmeldung und einer Responsedatei ermittelt werden.  In der Regel gibt es folgende Status-Meldungen.
Erfolg:
201 – OK. Die Daten sind technisch korrekt und valide und wurden an die Backend-Verarbeitung weitergeleitet. Die Verarbeitung im Frontend ist abgeschlossen.
202 – Accepted. Die Daten befinden sich noch in der Verarbeitung. Es handelt sich um einen temporären Zustand, der entweder in Status 201 oder in einen Error-Code führt.
Fehler:
404 – Not Found: Der Service steht temporär nicht zur Verfügung. In diesem Fall sollte eine erneuter Versand zu einem späteren Zeitpunkt durchgeführt werden.
400 – Bad Request: Es wurde versucht, einen leeren Datenstrom oder einen Datenstrom mit fehlenden Daten zu übermitteln. In diesem Fall sollte ein erneuter Versand mit vollständigen und korrekten Daten durchgeführt werden.
500 – Internal Server Error: Sammel-Meldung für Fehler jeglicher Art, zum Beispiel beim Verbindungsaufbau oder bei der Übermittlung. Auch hierbei sollte ein erneuter Versuch der Übertragung zu einem späteren Zeitpunkt unternommen werden.
Eine Responsedatei mit Fehlermeldungen, die bei der Validierung entstehen, steht ebenfalls auf Abruf zur Verfügung.
 
Was ist die Bedeutung des Kennzeichens Nullmeldung?
Das Kennzeichen Nullmeldung dient der Unterscheidung eines Betrages mit dem Wert 0 und einem Leerwert. Dieses Kennzeichen muss immer geliefert werden, wenn der Wert 0 in einem der Kostenbeträge übermittelt wird.
 
Wie sind die Lieferdaten für die REST-Schnittstelle aufgebaut?
Die Datenlieferungen der REST-Schnittstelle sind grob wie folgt aufgebaut.
Kopfbereich:  Angaben zum Sender und Emittent
Ids: WKN und ISIN des Instruments
Einstiegskosten: Angaben zu den Einstiegskosten des Instruments
Ausstiegskosten: Angaben zu den Ausstiegskosten des Instruments
FortlaufendeKosten: Angaben zu den fortlaufenden Kosten des Instruments
Genauere Angaben zu den Lieferdaten können der Dokumentation entnommen werden.
 
Können die Kostenarten auch einzeln übertragen werden?
Die Kostenarten können auch einzeln übertragen werden.
 
Können auch negative Beträge für die Kostenarten geliefert werden?
Die Einstiegskosten und die Ausstiegskosten können jeweils negative Werte enthalten. Bei den laufenden Kosten werden negative Werte abgewiesen.
 
Gibt es eine Möglichkeit, Kostentransparenzdaten auch im Auftrag Dritter zu liefern?
Grundsätzlich gibt es die Möglichkeit, Kostentransparenzdaten auch im Auftrag Dritter zu übermitteln. Dabei weichen die Daten von Sender und Empfänger voneinander ab. Aus Nachweis- und Sicherheitsgründen muss hierfür eine unterschriebene Intermediärerklärung seitens des Emittenten vorliegen, die den Intermediär zum Versand der Daten im Auftrag des Emittenten berechtigt.
 
Welche Bedeutung hat das Kennzeichen Prozentnotiz?
Die Notierungsart der Kostentransparenzlieferung muss mit der Notierungsart des Instruments übereinstimmen, wie sie in den Stammdaten des Instruments hinterlegt ist. Zum Abgleich dient das Kennzeichen Prozentnotiz, das nur zu liefern ist, wenn das Instrument prozentnotiert ist und dies in den Stammdaten dokumentiert ist.
 
Können täglich Gesamtbestände übertragen werden?
Grundsätzlich nicht. An die REST-Schnittstelle sollten nur Delta-Lieferungen mit den Anpassungen gegenüber der vorangegangenen Lieferung geliefert werden. Im begründeten und mit WM abgestimmten Ausnahmefall können auch Gesamtbestände übermittelt werden.
 
 

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